KÜNSTLER
Freidenker

Seit 1999 machen Heikouality, Gil und DJ Kaiser zusammen Musik. Durch zahllose Auftritte im ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus erspielten sich die drei eine Fanbase. Als Vorgruppe für Beginner, Massive Töne, RAG bestanden sie auch vor einem größeren Publikum. 2001 verschickten die Jungs ein Demotape an drei Plattenfirmen. 2002 wurden die Freidenker nach London eingeladen, um dort den Chef ihrer zukünftigen Plattenfirma kennenzulernen. Herbert Grönemeyer und dessen Indie-Label „Grönland Records“ boten scheinbar die ideale Heimat für die drei Schwaben. 2004 veröffentlichten sie dort ihr erstes Album „Denk-zettel“. Mit der Major-Plattenfirma „Virgin“ hatten sie einen bedeutenden Partner und mit dem Reggae-Sänger Patrice einen großen Namen als Featuregast bei ihrer Albumsingle „Glauben und Sehen“.
„Es gibt so viele Sachen, die man früh für sich selbst entdeckt und Jahre später dann an eine Masse verliert. Bei HipHop ging es uns so, dass wir diese Kultur Ende der 80er Jahre für uns entdeckten. Wir waren Teil der Jamkultur. Über die Jahre wurde HipHop immer größer, vieles hat sich verändert und dann kamen die Touristen.“
Doch trotz beachtlicher Medienpräsenz und guten Feedbacks von Fans und Kritik, fehlte den drei Musikern eine entscheidende Sache zu ihrem Glück. Bei ihrer Plattenfirma vermissten die drei Künstler die Freiheiten, die sie in den Jahren zuvor groß gemacht hatten. Statt aus ihrem Leben zu erzählen, wurden die Freidenker zum politischen Sprachrohr während des Irak-Kriegs. Die drei Freigeister fühlten sich in eine Form gepresst. Über Tage, Wochen und Monate wurden die künstlerischen Differenzen zwischen den drei Freigeistern und ihrer Plattenfirma immer größer. Auch zahlreiche Telefonate mit Herbert Grönemeyer führten zu keinem Ergebnis. Die drei Musiker drohten in den Mühlen der Musikindustrie zermahlen zu werden. Doch ehe es soweit kam, wurde das Vertragsverhältnis in beiderseitigem Einverständnis aufgelöst. Wieder brachen die Freidenker auf.
„Heikouality hatte jahrelang einen Freund, mit dem er wirklich jeden Abend gechillt hat. Es war fast schon eine Tradition. Von der einen Woche auf die nächste hat dieser Freund seinen VW-Bus vollgepackt und entschieden, weit weg zu ziehen. Für ihn ist dieses Lied.“
Fünf Jahre später sind die Freidenker wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Statt London heißt es nun wieder Heilbronn. Statt über große Politik rappen Gil und Heikouality wieder über ihr Leben.
„Als ein Freund nach sieben Jahren seine Beziehung beendete, rief er mich direkt danach an. Ich konnte das zunächst nicht verstehen. „Du machst den Fehler deines Lebens“, prophezeite ich. Aber es sprachen eben auch 1000 Gründe gegen diese Beziehung. Direkt nach dem Telefonat setzte ich mich hin und schrieb den Text. Wie soll man sich in so einer Situation entscheiden? Geh auf Anfang – aber die Gegenwart kann man eben auch nicht verdrängen.“
Auf den 15 Tracks ihres zweiten Albums schlagen die drei Freidenker aus dem Heilbronner Wortsport Camp eine Brücke zum Zuhörer. Sie werden von einem Album in den Bann gezogen, in dem textlich als auch musikalisch ungeheuer viel Seele steckt. Die Erzählungen der Freidenker sind frei von Fiktion und weder was für Handylautsprecher noch für Klingeltoncharts. Ihre Texte sind ehrlich und gehen dahin, wo’s weh tut und weiter. Wie so viele haben auch Heikouality, Gil und DJ Kaiser schon einmal die Liebe verloren, aber nie den Glauben an das Gefühl, das sie einerseits beim Musikmachen inspiriert, anderseits im Alltag oft blockiert. Die Freidenker sind auf der Suche nach dem größten Gefühl, wozu der Mensch fähig ist. Auch wenn es kitschig klingen mag: In der Musik haben sie es gefunden. Das hört man.
Jaques Shure & Dexter aka Jaq & Dex

Irgendwo an einer Heilbronner Tankstelle hängt er rum: Schelle. Arbeitslos, trinkt statt einem Bier auch gerne fünf und außer seinem Hund Rocky hat er nicht viel. Schelle ist das, was man einen Penner nennt. Leute, die vorbei gehen, ignorieren ihn. Jaques Shure und Dexter haben hingeschaut – und sich manchmal selbst wieder entdeckt.
Ihr Konzeptalbum heißt wie der Mann, dessen Geschichte sie erzählen: Schelle. Es geht um Freiheit, Unabhängigkeit, Dagegensein, aber auch um Armut, Schmerz und Versagen. Manchmal mit Wut in der Stimme, oft aber mit einem zugedrückten Auge präsentieren die beiden WORTSPORTler ihre Interpretation des „Pennerlifestyle“. Jaq und Dex sind seit über zehn Jahren im Spiel. Wenn Jaq „Hass steckt mir in den Knochen“ rappt, meint der Ex-Writer das auch so. Angefixt von Advanced Chemistry, Too Strong und RAG schrieb er Ende 90 die ersten Rhymes in sein Blackbook. 2000 releaste er mit seiner Crew, den Couchos, sein erstes Tape. 2006 traf er seinen Brother in Rhyme Dexter. Die Attitude seiner Anfangstage hat sich Jaques Shure bis heute bewahrt. Aber auch wenn er gerne zurückblickt, bleibt er deswegen noch lange nicht stehen. Dexters persönliche Rapgeschichte beginnt 1998, als er die 36 Kammern des Wu-Tang Clan betritt. Umgehend sammelt er ein paar Freunde um sich und beginnt mit ihnen als Elemental Force zu rappen und zu produzieren. Doch außer Elemental Force hat Dexter mehrere musikalische Baustellen, an denen er zugange ist. Mittlerweile hat er Morlockk Dilemma, V.Mann, Damion Davis und den halben Heilbronner Untergrund mit Beats versorgt. Vielleicht hat er sogar Recht, wenn er behauptet, dass „Produzenten reihenweise ihre Beats vernichten angesichts dieses Stückes Musikgeschichte.“ Zumindest hat Schelle seinen ganz eigenen, dreckig-soulfullen Klang, der in Deutschland lange vergessen schien.
Schelle ist die Sorte Album, die dir „Schelle links, Schelle rechts“ gibt. Bud Spencer-Terence Hill-Style. Schelle ist Straßenreporter, zeitgleich trägt er seinen „Backpack“ voller Pfandflaschen. Morlockk Dilemma, Damion Davis, Anna, Dennis Da Menace und Zeal kommen unter der Brücke auf Bier und Korn vorbei und featuren ihn. „Schelle“ erscheint am 14. November über WORTSPORT Productions/rough trade. „Seid ihr mit dem Rap, der aus der Gosse kommt?“
Fleisz

Fleisz könnte man auf den ersten Blick als den Youngster des Labels bezeichnen. Aber weit gefehlt. Der Rap dieses Nachwuchskünstlers ist den Kindrschuhen längst entwachsen. Wer Fleisz hört, ohne zu wissen, wie alt er ist, wird kaum glauben dass da ein 22-jähriger zu Gange ist. Sein Album “Das muss doch Liebe sein” wurde von rap.de und dem mkzwo-Magazin hochgelobt und von der Backspin als hoffnungsvolles Debutrelease gefeiert.
Dennis Da Menace

“Ich kaufte mir einen Rucksack und war HipHop“, auf diese einfache Formel bringt Dennis Da Menace seinen Karriereanfang. Eigentlich war es aber sein Vestax-Mixer und der 1210er aus dem Hause Technics, der den Wortsport -Spitter zur Musik brachte. Irgendwann reichte ihm das nicht mehr. Gemeinsam mit einem Freund fing er an zu Rappen. Aus dem Plastic Surgeon (sein DJ-Name) wurde Dennis Da Menace. Später stieß er über kleinere Umwege zum Rest der Heilbronner Szene und wurde schließlich Teil des Wortsport Camps. Über die Jahre hat er das geschafft, was sich viele MCs wünschen, aber letztendlich nur wenigen gelingt: Eine völligeigene Art zu flowen, ungewöhnliche Themen und Charisma. Die im Herbst 2008 erschienene “Split EP” ist sein erstes größeres Release. Mehr dazu unter Heimat & Media.
Jaques Shure

Text kommt…
Dexter

Text kommt…
Couchos (CO)

Dabei sind sie seit 1993. Sie wussten nichts voneinander und teilten dennoch dieselbe große Liebe – HipHop. Sie fanden sich im August 1998 zusammen und gründeten die Crew. Sie teilten sich den Braten als drei MCs und ein DJ. Sie nannten sich Couchos und zelebrierten und feierten HipHop Musik mit mehr Hingabe und Leidenschaft als Sex.Und heute? Heute gibt es sie immer noch, sie sind big im Business. Sie stehen auf Bühnen, im Studio und noch immer auf Rap. Jaques Shure (26), Max Maraboo (27) und Angry Allan (27) sind immer noch 100% Couchos. Ihr Output lässt sich nicht in Schubladen pressen. Vielmehr besitzen sie Schubladen – voll Geschichten aus dem Leben, dem Struggle mit sich selbst, der Jugend, dem Staat, HipHop. Ihre Songs sind Statements und zeigen bei allem Widerspruch verdammt viel Liebe fürs Game. Und sie haben eine Vision für Deutschrap im Herbst 2007: der „Deutsche Herapst“ kommt.Und morgen? Morgen werden sie immer noch da sein. Denn sie bleiben ihrer Linie treu und glauben dem Hype nicht. Man sagt: Wenn es am Besten ist, soll man aufhören. Ans Aufhören jedoch denkt niemand – genauso wie beim Sex.
Elemental Force (EMF)

Was aus Schulfreunden so alles werden kann: 1998 ist HipHop in Deutschland unübersehbar. In jedem noch so kleinen Kaff schießen Rapcombos wie Pilze aus dem Boden. Jeder Zweite rappt. Jeder dritte macht Beats. Zu diesem Zeitpunkt wird aus Schulfreunden eine Band. Dexter, Kit, Obiwan, Zeal und Karter sind typische Vertreter der Genration Premo. Wenn du so willst auch Generation „Backpack“. Auf dem Schulhof diskutieren sie über den Wu-Tang Clan und ereifern sich über Puff Daddy. Sie pumpen Deutschrap aus Stuttgart, aus Hamburg und München. Anfangs kann man auf gelungen Aufnahmen den Einfluss ihrer Idole noch deutlich heraushören. Durch erste selbst organisierte Jams, verdienen sie sich ihr Equipment. Logic und eine Audiowerk Soundkarte sind seither die technische Basis für jeden Dexterbeat. 2000 bringen sie ihr erstes Album auf den Markt. Es klingt eigen. Wie genau können sie nicht sagen. Vielleicht sind es die 20 Mark-Mics, vielleicht die noch ungelenken Flows. Doch von Anfang an legen die Jungs größten Wert auf Inhalte und Beats mit Substanz. Es gelingt der Gruppe mehr und mehr daraus eine eigene Sound Melange zu kreieren und den Elemental Force Sound zu finden.
Seit 2000 hat sich Deutschrap verändert und die Gruppe mit ihm. Sie sind älter geworden, aber nicht unbedingt erwachsener, sie sind besser geworden aber nicht unbedingt reicher und sie wurden bekannter aber das mit dem Geld ist immer noch so ein Problem. Mittlerweile steht Elemental Force für eigenständigen HipHop, erstklassige Kontakte in der Szene und so romantisch und uncool das klingen mag: Für Musik aus Spaß an der Sache. Als Gradmesser ihrer Entwicklung kann man die 3 Studioalben (Trendwende, Lichtblicke und Adé Cliché) bezeichnen. Es zeichnet sich eine Entwicklung ab, die sich kontinuierlich vom letzten bis zu diesem Jahrhundert durchzieht. Eine Entwicklung, die dazu führt, dass an Liedern und den entscheidenden Kleinigkeiten gefeilt wird, bis vier durchaus verschiedene und durchaus anspruchsvolle Charaktere befriedigt sind. Das ist keine einfache Sache, aber die Arbeitsweise von Elemental Force seit Tag Eins. Vielleicht hört nicht jeder, die Kleinigkeiten, aber die Jungs wissen es und ihre Fans spüren es – und wissen das zu schätzen. Die funkigen Spaßrapper, die sie früher waren, sind ein Stück älter geworden. Der Funk ist geblieben. Anno 2008 sind Spaß und Rap zwei scheinbar unkombinierbare Gegenpole geworden. Elemental Force geben einen Fick. Im Gegensatz zu manchen Weggefährten sind sie sich immer treu geblieben. Ihre Realität hat nichts mit Ghetto zu tun. Aber auch bei ihnen läuft nicht immer alles rund. Elemental Force macht Rapmusik, die weder schwarz noch weiß ist. Wenn wir ehrlich sind, ist ihre Musik Realityrap für Deutschland in 2008. Seit einem Jahr arbeiten die Jungs an ihrem vierten Studioalbum und selten war das Niveau der Tracks so hoch. Mittlerweile gehören DJ Brad Pitch und Marcüs an der Stromgitarre zur Band und fügen sich vor allem live wunderbar ins EMF-Konzept ein. Auch was das Geschäftliche angeht, haben sie sich weiterentwickelt. Mit Wortsport ist ein Label gefunden, Heilbronn hat sich zur Basis entwickelt. Zeit für den nächsten Schritt…
Heikouality

Jan Frazier (Prod.)

HGN (Prod.)

Steve Unique (DJ)

Brad Pitch (DJ)

Officer Bronco (DJ)

Kille R. (Prod.)

Hier lang!
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